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Interview mit einem Hacker

| 4 Kommentare

Dem netnetzblog war es möglich, eine Koryphäe der Hacking-Szene auszuquetschen. Entstanden ist dabei ein Interview, welches bestimmt auch für den “Otto-Normal-Surfer” eine spannende und informative Angelegenheit darstellen dürfte.


Stell dich doch mal kurz vor Pseudo!

Pseudo: Ich bin 23 Jahre alt und angehender IT-Fachinformatiker, angefangen mit dem PC hab ich zwischen 11 und 12, ab dem Alter von 14 Jahren entstand mein Interesse an der Technik und deren Hintergründen, weshalb ich mich dann auch immer weiter gebildet habe.

Was genau machst du jetzt und in welcher/n Szene/n bist du aktiv?

Pseudo: In der Szene bin ich generell nicht mehr aktiv, ich lese aber immernoch in ein paar Foren. Was ich zurzeit mache ist alles mögliche, normalerweise besteht aber die meiste Zeit aus Lernen, momentan das Thema Forensic und Reversing.

Szenen zu denen ich mich zähle sind einmal die Warez-Szene, dort bin ich Moderator eines großen Boards. Und auch in der Hacking Szene bin ich wie gesagt untwerwegs, auch auf Boards, aber eben nicht mehr so aktiv wie früher.

Was hast du früher so getrieben als du noch aktiv warst?

Pseudo: In der meisten Zeit war ich mit Lernen beschäftigt. Ich fing mit progranmmieren an und ging dann in Richtung SQL Injection (Anmerkung: Ausnutzen von Sicherheitslücken in SQL Datenbanken),RFI/LFI (Anmerkung: Ausnutzen von Lücken in Internetseiten, speziell von PHP-Code),XSS (Anmerkung: Ausnutzen von Sicherheitslücken von Internetseiten mit dynamischen Inhalten).

Eine Zeit lang hab ich natürlich auch mal was gefaket, was ich heute auch noch ab und zu tue.

Du wirfst hier ja nur so mit Fachtermini um dich, was darf man sich denn unter “faken” vorstellen?

Pseudo: Faken ist einfach nur das Wort für das Kaufen von virtuelle Gütern (Anmerkung: Seriennummern, Accountdaten von kostenpflichtigen Online-Angeboten), die man über fremde Daten bezahlt. Für das Faken nimmt man Bankdaten, Kreditkarten oder Paypal-Accounts von anderen Leuten um damit etwas zu bestellen. Faken kann man aber auch schon die Registrierung bei einem E-Mail Anbieter mit falschen Daten nennen.

Hattest du dabei nie ein schlechtes Gewissen? Denn am Ende müssen die “Anderen” dafür ja bezahlen!

Pseudo: Jain, in der Sache bin ich ziemlich abgebrüht! Jeder Benutzer ist für seine privaten Daten selbst verantwortlich, und wenn dieser User dann mit seinen Daten schlampig umgeht muss er mit sowas rechnen. Es werden am Tag ca. 1000 Kreditkarten geklaut, wenn nicht noch mehr, was beweißt, dass die Leute einfach nicht genug aufpassen.

Hast du Tipps, wie man sich und seine privaten Daten (besser) schützen kann?

Pseudo: Das ist unterschiedlich, es kommt immer drauf an was man im Internet so treibt! Lädt man beispielsweise Sachen runter, sollte man aufjedenfall ein gutes Virenprogramm benutzen. (Obwohl das ja leicht umgangen werden kann). Ich würde ausserdem jedem Internetsurfer raten, nie Passwörter im Browser abzuspeichern, da ein Stealer diese auslesen kann.

Ich benutze Keepass (Anmerkung: Um Passwörter sicher abzuspeichern) und hab die Datenbank Datei in einem Truecrypt Container drin so das keiner dran kommt. Programme aus wenig vertrauenswürdigen Quellen sollte man immer erst in einer virtuellen Umgebung oder in einer Sandbox testen.

Auch beim Thema Passwort sollte man viel Vorsicht walten lassen: Am besten bei jedem Login ein neues und gutes(!)Passwort anlegen (mit 20 Zeichen, Groß-und Kleinbuchstaben, sowie Zahlen).

Natürlich ist das jetzt nur eine  grobe Zusammenstellung, denn es gibt viele Angriffsmöglichkeiten, sei es über Webseiten wie Facebook, oder über Viren. Man muss sich halt ein bisschen mit dem Thema Sicherheit auseinandersetzen, dann kann man entsprechend vorbeugen.

Wie kommt man eigentlich zu deinem “Hobby”?

Pseudo: Ich bin eben ein NERD und mich hat Technik und Computer schon immer interessiert. Da mir das aber irgendwann zu langweilig wurde wollte ich mehr wissen, deswegen hab ich angefangen zu programmieren. Als mein Computer zum ersten Mal von Viren infiziert war, wollte ich den ganzen Sachen auf den Grund gehen, sprich ich habe mich mit sniffen (Netzwerkverkehr mitschneiden & auswerten) beschäftigt und Security, speziell Anti-Malware.
Nach einiger Zeit bin ich dann auf das jetzt geschlossene Board “1337″ gestoßen, wo ich dann begann Sachen im Bereich Hacking kennenzulernen. Da ich sehr davon begeistert war, fing ich an, immer mehr zu lesen und zu lernen, und mein Wissensfundus ist mittlerweile enorm. So ist mein Hobby entstanden, und das will ich auch nicht hergeben. ;)

 

Macht dir “Hacking” nach all der Zeit immernoch Spaß, oder sucht man irgendwann nach Abwechslung?

Pseudo: Abwechslung hat man da genug. Alle Leute die sich damit beschäftigen wollen immer mehr wissen haben und sich weiterbilden. Da es immer mehr gibt an Technik, Sachen, Software und so weiter wird es nie langweilig. Man findet immer was neues. Neue Lücken, neue Sicherheitsmechanismen, die man versucht zu umgehen, oder man programmiert einfach was. Außerdem sind normale Benutzer auf Hacker angewiesen. Denn nicht alle Hacker sind schlecht, ohne Leute wie mich gäbe es beispielsweise keine Open-Source-Programme.

Würdest du dein Real-Life (“echtes” Leben abseits vom Bildschirm) als ausgewogen bezeichnen oder sitzt du deiner Meinung nach zu viel vor dem PC?

Pseudo: Ich sitz zuviel vor dem PC :D! Ein Real-Life hab ich noch, aber die meiste Zeit bin ich vorm PC…

Ich bedanke mich ganz herzlich für dieses aufschlussreiche Interview! Hast du noch etwas hinzuzufügen?

Pseudo: Ich danke den Lesern für die vergeudete Zeit die beim Lesen entstanden ist und den Autor dafür, dass er meine Rechtschreibfehler beseitigt hat!

4 Kommentare

  1. Das war ja mal ein richtig gutes Interview.

    Dennoch möchte ich “Pseudo” sagen, dass nicht jeder das Wissen und die Zeit hat seine Daten ordentlich zu schützen. Ich wusste bisher zwar das es Programme gibt, die Daten auslesen, aber nicht das diese Stealer heißen oder das das schon geht wenn die Passwörter im Browser gespeichert sind. Ich dachte nämlich immer das Cookies löschen reicht.

    Auch wenn ich mich relativ viel mit solchem Zeug beschäftige und mein IT-Wissen etwas höher als Otto-normalverbraucher einschätzen würde, weiß ich jedenfalls jetzt das ich machen kann was ich will, sicher bin ich nie.

    Nochmal danke für den genialen Artikel.

  2. Danke für das tolle Lob :)
    Gerade in Richtung “Neues” habe ich noch viel vor: Zunächst wird erstmal der netnetzcast online gehen!

  3. diese person ist alles, aber kein hacker.

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